Börsenlexikon
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Viele Begriffe aus der Börsenwelt wirken auf den ersten Blick kompliziert. Dieses Lexikon soll dabei helfen, zentrale Grundlagen verständlich einzuordnen und Fachbegriffe klar zu erklären. Es ist bewusst kein Fachbuch und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Stattdessen dient es als wachsender Grundbaustein, der nach und nach erweitert wird.
Börse
Im Alltag wird „die Börse“ in Deutschland oft einfach mit „den Märkten“ gleichgesetzt. Gleichzeitig hört man immer wieder Aussagen wie: „Börse ist reines Glücksspiel“ oder „Börse ist Teufelszeug“. Solche Aussagen halten sich hartnäckig – treffen den Kern der Sache aber nicht. Ein genauer Blick hilft dabei, einige dieser Vorurteile einzuordnen.
Die Börse ist zunächst einmal nichts anderes als ein Handelsplatz. Hier treffen Käufer und Verkäufer aufeinander, um zum Beispiel Unternehmensanteile (Aktien), Anleihen oder auch Rohstoffe zu handeln. Man kann sich das ähnlich wie einen Marktplatz vorstellen. Auf einem Wochenmarkt treffen ebenfalls Anbieter und Käufer zusammen, um Waren zu handeln – nur dass es an der Börse um Finanzprodukte geht.
Wenn einzelne Teilnehmer versuchen, aus diesem Handel ein Casino zu machen, liegt das nicht an der Börse selbst. Niemand würde schließlich einen Wochenmarkt dafür verantwortlich machen, wenn jemand dort Äpfel kauft und versucht, sie am anderen Ende des Marktes teurer weiterzuverkaufen.
Auch die Gleichsetzung von „Börse“ und „Märkten“ ist etwas zu pauschal. Die Börse beschreibt in erster Linie den Ort oder das System, an dem Handel stattfindet. Dabei ist dieser Handel nicht immer öffentlich zugänglich für Privatpersonen. Ein Beispiel dafür ist die Strombörse in Deutschland, an der Energie gehandelt wird.
Der Begriff Märkte ist dagegen weiter gefasst. Damit meint man allgemein den Handel bestimmter Anlageklassen. Es gibt zum Beispiel Aktienmärkte, Anleihenmärkte, Rohstoffmärkte oder Devisenmärkte. Dort werden sehr unterschiedliche Dinge gehandelt – von Unternehmensanteilen über Staatsanleihen bis hin zu Rohstoffen wie Kupfer, Gold oder sogar Orangensaft. Diese Märkte sind nicht zwingend an einen bestimmten Ort gebunden und funktionieren teilweise über unterschiedliche Handelsplätze und Systeme.
Früher fand der Handel tatsächlich auf dem Börsenparkett statt. Händler standen sich direkt gegenüber und riefen ihre Kauf- und Verkaufsaufträge aus. Heute läuft der überwiegende Teil des Handels elektronisch über Computersysteme ab. Käufer und Verkäufer müssen sich also nicht mehr am gleichen Ort befinden.
Neben dem eigentlichen Handel erfüllt die Börse noch eine weitere wichtige Funktion: Sie ermöglicht es Unternehmen, Kapital aufzunehmen. Unternehmen können zum Beispiel Anteile ausgeben, um Geld für Investitionen oder Wachstum zu erhalten. Gleichzeitig erhalten Investoren die Möglichkeit, sich an diesen Unternehmen zu beteiligen.
Wer als Privatperson an der Börse handeln möchte, benötigt dafür jedoch ein Depot. In einem Depot werden Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder Fonds verwahrt und verwaltet. Was genau ein Depot ist und wie es funktioniert, erkläre ich im nächsten Abschnitt des Lexikons.
Depot
Ein Depot ist ein Konto für Wertpapiere, über das Anleger Aktien, Anleihen oder Fonds kaufen, verwalten und verkaufen können.
Wer als Privatperson an der Börse handeln möchte, benötigt ein solches Depot. Es funktioniert ähnlich wie ein Girokonto – nur dass dort kein Geld liegt, sondern Wertpapiere verwaltet werden.
Der Begriff „Depot“ stammt noch aus einer Zeit, in der Wertpapiere tatsächlich als gedruckte Urkunden existierten. Wer früher Aktien besaß, hielt ein Papierdokument in den Händen, das den Anteil am Unternehmen bestätigte. Diese Urkunden mussten sicher aufbewahrt werden – häufig in Banksafes oder speziellen Verwahrstellen. Man kann sich ein Depot daher gut wie einen Tresor für Wertpapiere vorstellen.
Mit der zunehmenden Digitalisierung hat sich diese Form der Verwahrung stark verändert. Heute existieren die meisten Wertpapiere nur noch elektronisch. Tatsächlich werden sie zentral bei großen Verwahrstellen verbucht und von Banken verwaltet. Das Depot zeigt dem Anleger dabei an, welche Wertpapiere ihm gehören und in welcher Anzahl.
Zum Depot gehört in der Regel auch ein Verrechnungskonto. Über dieses Konto wird das Geld bewegt, das für Käufe oder Verkäufe benötigt wird. Wenn man zum Beispiel eine Aktie kaufen möchte, wird der Kaufauftrag über die Bank oder einen Broker an die Börse weitergeleitet. Nach dem Kauf erscheint die Aktie anschließend im Depot. Verkauft man sie später wieder, verschwindet sie entsprechend aus dem Depot und der Erlös wird dem Konto gutgeschrieben
Ein Depot ist also die technische Grundlage, um an der Börse investieren zu können. Welche Wertpapiere dort liegen können und wie sie funktionieren, erkläre ich in den weiteren Begriffen des Lexikons – zum Beispiel bei Aktien oder ETF/Fonds.
Aktie
Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Wer Aktien besitzt, ist Aktionär – und damit im rechtlichen Sinn Miteigentümer. Das klingt größer, als es in der Praxis oft wirkt, ist aber der wichtigste Grundgedanke.
Man kann sich ein Unternehmen wie einen großen Kuchen, der in Millionen Stücke geteilt ist, vorstellen. Jede Aktie entspricht einem winzigen Stück dieses Kuchens. Wer Aktien hält, besitzt also einen kleinen Teil des Unternehmens – und ist damit nicht nur „Zuschauer“, sondern am Unternehmen beteiligt.
Viele bekannte Unternehmen sind als Aktiengesellschaft (AG) organisiert. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass ihre Aktien an der Börse gehandelt werden. Ein bekanntes Beispiel ist die Deutsche Bahn AG: Sie ist zwar eine Aktiengesellschaft, gehört aber zu 100 % dem Staat und ist nicht börsennotiert. Der Zusatz „AG“ sagt also etwas über die Rechtsform aus – nicht darüber, ob man das Unternehmen an der Börse kaufen kann.
In Deutschland sind vor allem Stammaktien, Vorzugsaktien und Namensaktien verbreitet. Stammaktien haben in der Regel ein Stimmrecht, zum Beispiel bei Abstimmungen auf der Hauptversammlung. Vorzugsaktien verzichten meist auf das Stimmrecht, bieten dafür aber oft einen Ausgleich – häufig in Form einer etwas höheren Dividende. Neben einzelnen Aktien gibt es auch andere Möglichkeiten, in Unternehmen zu investieren – zum Beispiel über ETFs oder Fonds. Was genau dahinter steckt, erkläre ich im nächsten Abschnitt.
ETF / Fonds
Ein Fonds ist ein Anlageprodukt, in dem das Geld vieler Anleger gebündelt und gemeinsam investiert wird.
Man hört häufig die Aussage: „Man soll nicht alle Eier in einen Korb legen.“ Damit ist die breite Streuung gemeint. Genau diese Streuung ermöglichen Fonds. Anstatt einzelne Aktien selbst auszuwählen, wird automatisch in eine Vielzahl von Wertpapieren investiert. Ziel ist es, das Risiko im Vergleich zu Einzelinvestments zu reduzieren.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen aktiv gemanagten Fonds und passiven Fonds, die als ETF (Exchange Traded Fund) bezeichnet werden. Ein ETF ist ebenfalls ein Fonds – verfolgt jedoch einen anderen Ansatz.
Ein wesentlicher Unterschied liegt auch im Handel: ETF werden wie Aktien laufend an der Börse gehandelt, wobei sich der Preis aus Angebot und Nachfrage ergibt. Klassische Fonds werden dagegen in der Regel über die Fondsgesellschaft ausgegeben und zurückgenommen. Der Preis wird meist einmal täglich auf Basis des sogenannten Nettoinventarwerts (NAV) berechnet. Für Anleger bedeutet das, dass ETF jederzeit während der Börsenzeiten gehandelt werden können, während klassische Fonds zu festen Zeitpunkten bewertet werden.
Aktive Fonds
Bei aktiv gemanagten Fonds entscheidet ein Fondsmanager oder ein Management-Team, welche Wertpapiere gekauft oder verkauft werden und zu welchem Zeitpunkt. Dabei handelt der Manager nicht willkürlich. Jeder Fonds unterliegt festen Regeln, die im Fondsprospekt definiert sind. So kann ein Fonds beispielsweise auf bestimmte Anlageklassen beschränkt sein, etwa wenn ein Mischfonds in Aktien und Anleihen unter Einhaltung von Quoten investiert oder ein Immobilienfonds ausschließlich Immobilien enthält. Andere Anlageklassen sind in solchen Fällen ausgeschlossen.
Das bedeutet, dass man als Anleger nicht blind Fonds kaufen sollte, nur weil ein professionelles Team dahintersteht. Entscheidend ist, das Ziel des Fonds zu verstehen und zu wissen, in welche Werte investiert wird. Auch die oft gehörte Aussage, dass Fondsmanager den Markt grundsätzlich nicht schlagen können, ist zu pauschal. Nicht jeder Fonds hat dieses Ziel – es kommt immer auf die jeweilige Strategie an.
Zu beachten ist jedoch, dass aktive Fonds in der Regel laufende Gebühren haben. Diese Kosten werden unabhängig von der Entwicklung aus dem Fondsvermögen entnommen und wirken sich direkt auf die Rendite aus.
ETFs (Passive Fonds)
Ein ETF verfolgt einen anderen Ansatz. Er versucht nicht, besser zu sein als der Markt, sondern bildet einen Index möglichst genau nach.
Ein Index ist vereinfacht gesagt eine Zusammenstellung von Wertpapieren, die einen bestimmten Markt abbildet – zum Beispiel der DAX (40 größte deutsche Unternehmen – Stand 2026) oder der MSCI World (rund 1.500 größte Unternehmen aus 23 Industrieländern).
Verändert sich die Gewichtung einzelner Unternehmen im Index, passt sich auch die Zusammensetzung des ETFs automatisch an. Dadurch entsteht eine transparente und regelbasierte Form des Investierens.
Die Grundidee der Indexfonds geht auf John Bogle, den Gründer von Vanguard, zurück. Seine Überlegung war, dass viele aktiv gemanagte Fonds langfristig hinter der Entwicklung großer Marktindizes zurückbleiben – insbesondere nach Abzug der Kosten. Ziel war es daher, mit sogenannten Indexfonds – den Vorläufern der heutigen ETFs – die breiten Aktienindizes möglichst genau abzubilden. Auf diese Weise sollte gezielt breit gestreut und die durchschnittliche Marktrendite erzielt werden.
Daraus ergeben sich bis heute wesentliche Vorteile: eine hohe Transparenz und in der Regel deutlich niedrigere Gebühren, was sich insbesondere über längere Zeiträume bemerkbar macht.
Mit der Zeit hat sich der ETF-Markt jedoch weiterentwickelt. Neben breit gestreuten Indexfonds gibt es inzwischen auch viele spezialisierte ETFs, sogenannte Themen-ETFs. Diese konzentrieren sich auf einzelne Branchen oder Trends, wie zum Beispiel erneuerbare Energien oder Cyber Security. Je spezieller ein ETF ist, desto stärker kann er von einzelnen Entwicklungen abhängig sein.
Für viele Einsteiger sind ETFs ein einfacher und kostengünstiger Einstieg in den Kapitalmarkt. Man investiert breit gestreut und folgt der allgemeinen Marktentwicklung, ohne selbst einzelne Unternehmen auswählen zu müssen.
Fonds und ETFs können Erträge unterschiedlich behandeln. Es gibt sogenannte thesaurierende Fonds, bei denen die Erträge automatisch wieder angelegt werden, und ausschüttende Fonds, die Erträge regelmäßig an die Anleger auszahlen.
Ausschüttungen können dabei – ähnlich wie bei Aktien – aus Dividenden stammen, die die im Fonds enthaltenen Unternehmen zahlen.
Was genau eine Dividende ist und wie diese funktioniert, erkläre ich im nächsten Abschnitt.
Dividende
Eine Dividende ist eine Ausschüttung eines Unternehmens an seine Aktionäre.
Wenn ein Unternehmen Geld an seine Aktionäre auszahlt, spricht man von einer Dividende. In vielen Fällen wird die Dividende aus den erwirtschafteten Überschüssen eines Unternehmens gezahlt. Entscheidend ist dabei vor allem, dass genügend liquide Mittel vorhanden sind. Es kann jedoch auch vorkommen, dass Unternehmen die Dividende nicht vollständig aus dem laufenden Gewinn finanzieren, sondern auf Rücklagen zurückgreifen oder sogar Schulden aufnehmen. Hier ist Vorsicht angebracht, da solche Modelle meist nicht nachhaltig sind und zu einer Dividendenkürzung führen können.
Umgekehrt können Unternehmen ihre Dividende erhöhen, wenn sich das Geschäft positiv entwickelt. Die Dividende ist daher oft auch ein Indikator dafür, wie stabil und profitabel ein Unternehmen wirtschaftet.
Wichtig ist: Nicht jedes Unternehmen zahlt eine Dividende. Es gibt keine Verpflichtung dazu. Viele Firmen – insbesondere junge, dynamisch wachsende Unternehmen – verwenden ihre Gewinne lieber für weiteres Wachstum, anstatt sie auszuschütten.
Auch die Häufigkeit der Dividendenzahlungen unterscheidet sich je nach Region. In Deutschland erfolgt die Ausschüttung in der Regel einmal pro Jahr. In den USA sind vierteljährliche Zahlungen üblich, in einigen Fällen sogar monatliche Ausschüttungen.
In den USA hat die Dividende zudem eine besondere Bedeutung. Dort wird sie häufig als Bestandteil der Altersvorsorge genutzt. Entsprechend gibt es viele Investoren und Fonds, die gezielt in Unternehmen investieren, die ihre Dividende stabil halten oder regelmäßig steigern.
Unternehmen, die ihre Dividende mindestens 25 Jahre in Folge erhöht haben, werden als Dividenden-Aristokraten bezeichnet. Bekannte Beispiele sind Coca-Cola mit 64 Jahren sowie Procter & Gamble mit 70 Jahren kontinuierlicher Erhöhungen (Stand 2026).
Auch in Europa gibt es Unternehmen mit einer stabilen Dividendenhistorie, allerdings sind lange Serien hier seltener. Beispiele sind British American Tobacco mit 28 Jahren sowie Fuchs Petrolub mit 19 Jahren steigender Dividenden (Stand 2026).
Die Höhe der Dividende allein sagt jedoch noch wenig über die Attraktivität einer Anlage aus. Entscheidend ist häufig die sogenannte Dividendenrendite, die das Verhältnis zwischen Dividende und Aktienkurs beschreibt.
Um verschiedene Anlagen besser vergleichen zu können, spielt die Rendite insgesamt eine zentrale Rolle. Was genau unter Rendite zu verstehen ist, erkläre ich im nächsten Abschnitt.
Rendite
Die Rendite beschreibt den Ertrag einer Geldanlage im Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Sie zeigt also, wie stark sich eine Investition tatsächlich gelohnt hat.
Dabei wird nicht nur der Kursgewinn betrachtet. Auch laufende Erträge, zum Beispiel Dividenden, gehören zur Rendite. Die Gesamtbetrachtung besteht daher in der Regel aus zwei Teilen: der Veränderung des Kurses und den zusätzlichen Erträgen.
Eine vereinfachte Darstellung lautet:
Rendite = (Kursgewinn + Erträge) / eingesetztes Kapital
Zu den Erträgen können beispielsweise Dividenden bei Aktien oder Zinszahlungen bei Anleihen gehören.
Ein Beispiel:
Eine Aktie wird für 1.000 € gekauft und später für 1.050 € verkauft. Während der Haltedauer wurden außerdem 30 € Dividende ausgeschüttet.
Der gesamte Ertrag beträgt also 80 €.
Die Rendite ergibt sich damit aus:
(50 € Kursgewinn + 30 € Dividende) / 1.000 € = 8 % Rendite
Ein wichtiger Unterschied besteht darin, ob eine Rendite bereits realisiert wurde oder nur auf dem Papier besteht.
Solange eine Anlage noch nicht verkauft wurde, spricht man von sogenannten Buchgewinnen oder Buchverlusten. Diese ergeben sich aus der aktuellen Kursentwicklung, sind jedoch noch nicht endgültig. Erst wenn eine Position tatsächlich verkauft wird, wird aus dem Buchgewinn ein realisierter Gewinn. Die Rendite ist dann endgültig festgelegt.
In der Praxis ist es daher sinnvoll, zwischen diesen beiden Betrachtungen zu unterscheiden. Eine positive Entwicklung im Depot bedeutet nicht automatisch, dass der Gewinn bereits gesichert ist. Kurse können sich jederzeit verändern – Gewinne auf dem Papier sind daher immer nur eine Momentaufnahme.
Die Rendite ist damit eine zentrale Kennzahl, um den Erfolg einer Geldanlage besser einordnen zu können.
Hinweis: Das Erstgespräch ist unverbindlich und dient ausschließlich der ersten Orientierung.
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